Role Models

Wir können nur immer wieder füreinander einstehen

Diana Blaum, Growth Lead bei Ironhack
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Eine Frau sitzt und guckt lächelnd in die Kamera. Quelle: Diana Blaum

In neun Wochen können Menschen coden lernen und bereit für den ersten Job in der IT-Branche sein. Dieses möglichst vielen Menschen – und besonders Frauen – zu zeigen, ist die Aufgabe von Diana Blaum. Sie ist für das unternehmerische Wachstum und Marketing in Deutschland bei Ironhack zuständig. Ironhack ist ein internationales Weiterbildungsinstitut mit Kursen in verschiedenen Schwerpunkten wie Webentwicklung, Data Analytics oder UX/UI-Design.


Welche deiner Aufgaben macht dir am meisten Spaß und warum?

Jegliche Aufgaben, die mich in Kontakt mit unseren Student:innen oder Alumni bringen – wie die Organisation von Interviews, Events oder auch Panel Diskussionen. Warum? Weil ich hier den direkten Impact unserer Bootcamps spüre. Ich sehe, wie sich unsere Student:innen für den ersten Job im IT-Bereich vorbereiten und teilweise als komplette Quereinsteiger:innen ihre Leidenschaft für IT-Themen entdecken oder weiterentwickeln. Oder ich treffe auf Alumni, die bereits ihren beruflichen Neustart gewagt haben und deren Leben sich durch die Entscheidung, einen Job in der IT-Branche zu ergreifen, zum Positiven verändert hat.

Warum hast du dich für einen IT-Beruf entschieden?

Bei mir war das ein schleichender Prozess, in dem mein Interesse an der IT-Branche immer weiter wuchs. Mit dem Ende meines Masterstudiums stellte sich mir die Frage nach dem nächsten Schritt. Das war der Startschuss für meine Karriere im IT-Bereich. Denn im Zuge meiner Bewerbungen befasste ich mich mit verschiedenen Unternehmen, die für mich als potenzielle Arbeitgeber in Frage kamen und fasste schließlich den Mut, mich bei Google zu bewerben.

Während dieser Zeit fing ich mit meinem ersten Coding-Kurs an der Stanford University an, in dem ich mich mit den Grundlagen von Machine Learning beschäftigte. Seitdem wächst mein Interesse immer weiter, auch weil ich die Angst vor dem Thema “Tech” verloren habe, das mir früher großen Respekt eingeflößt hat.

In den letzten Jahren habe ich immer mehr verstanden, was für eine wichtige Rolle Diversität spielt, um passende Produkte – am besten mit Mehrwert – für die Gesellschaft zu entwickeln.

Diana Blaum

Welche Herausforderungen siehst du für Frauen in der IT?

Ich sehe in der Tech-Branche dieselben Herausforderungen und Hindernisse wie auch in allen anderen Branchen. Das fängt bei der offensichtlichen Gender Pay Gap an und hört leider auch nicht bei Benachteiligungen im Rahmen von Beförderungen auf. Vielleicht muss man sich als Frau in der IT-Branche insbesondere zu Beginn in einem neuen Job nochmals mehr beweisen als die männlichen Kollegen. Letztendlich können wir nur immer wieder für uns selbst und füreinander einstehen.

Wir kennen unseren Wert und den sollte unser Arbeitgeber eigentlich auch kennen. Deshalb ist es unsere Aufgabe, die bestehenden Strukturen nicht einfach hinzunehmen, sondern immer wieder darauf aufmerksam zu machen.

Diana Blaum

Jungen Frauen wird oft empfohlen, sich eine Mentorin zu suchen. Hast du Tipps für die Suche bzw. wo sollte sie ansetzen?

Mir wurde schon früh ans Herz gelegt, mir einen Mentor oder eine Mentorin zu suchen. Das ist ein Ratschlag, den ich jedem immer wieder weitergebe. Wenn du eine Mentorin oder auch “nur” ein weibliches Vorbild für dich findest, kann das einen großen Effekt auf deine Eigenwahrnehmung haben.

Auch die Forschung zeigt, dass Frauen in Vorbildfunktionen immens wichtig sind, um Zweifel an der eigenen Kompetenz zu mindern. Bei Ironhack sehe ich zum Beispiel immer wieder, dass mentale Blockaden viele unserer Schülerinnen zu Beginn daran hinderten, den ersten Schritt Richtung IT-Karriere zu wagen. Die Möglichkeit, mit unseren Alumni über ihre ganz persönlichen und professionellen Erfahrungen nach dem Bootcamp zu sprechen, hilft oftmals schon weiter, die Selbstzweifel auszuräumen.

Für eine erfolgreiche Mentor:innensuche lohnt es sich in meinen Augen zunächst im direkten Umfeld zu suchen, sei es im Beruf oder im Bekanntenkreis. Darüber hinaus ist es sinnvoll, einen Blick auf Plattformen wie herCAREER oder We are Panda zu werfen.

Welche Frage würdest du einem anderen Avanja-Role-Model gerne stellen?

Aktuell liegt Deutschland mit 18 % Frauenanteil in der IT-Branche in Europa auf einem der letzten Plätze. Warum ist das so?

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