Nachwuchs

IT-Ausbildung: Geht nicht, gibt’s nicht!

Interview mit Susanna Glander, team neusta
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Susanna Glander Quelle: HEC GmbH

Viele IT-Unternehmen oder -Abteilungen möchten ausbilden, aber fühlen sich gebremst. Zu klein oder zu unbekannt, manche haben kaum Bewerber:innen, erst recht keine Frauen. Susanna Glander, Ausbildungskoordinatorin bei team neusta, hat Tipps, wie ihr das ändern könnt.


Was können Unternehmen tun, um von jungen Menschen überhaupt wahrgenommen zu werden?

Auf jeden Fall sollten die Ausbildungsberufe transparenter gemacht werden. Vor 50 Jahren wusste jedes Kind ziemlich genau, was die Eltern beruflich machen. Heute sind die Berufe viel differenzierter, gerade in der IT. Da müssen wir viel informieren, aufklären und die Kontakte zu den jungen Menschen suchen. Ein Zukunftstag im Jahr reicht da bei Weitem nicht.

Auch sollte man den Wert von Praktikant:innen nicht unterschätzen. Oft heißt es “die können wir nicht gebrauchen.” Aber viele Jugendliche wissen einfach nicht, was sie machen sollen – darum ist es gut, wenn Betriebe aktiv sind und Praktikant:innen auf sie aufmerksam werden. Wie interessieren wir junge Menschen für uns? Die Website ist das eine. Aber es ist auch wichtig, sich in Schulen oder auf Messen zu präsentieren.

Gerade kleinere Unternehmen scheinen den Aufwand zu scheuen.

Kleine Unternehmen sollten sich nicht abschrecken lassen. Sie könnten zum Beispiel auch im Verbund mit anderen Unternehmen ausbilden oder auf Messen präsent sein. Vieles ist möglich, wenn man sich zusammentut!

Unternehmen sollten zudem langfristig planen. Für welche Bereiche brauche ich wann wie viele und welche Mitarbeitende? Man muss denken und handeln wie ein guter Milchbauer und reinbuttern, bis es funktioniert.

Vor 50 Jahren wusste jedes Kind ziemlich genau, was die Eltern beruflich machen. Heute sind die Berufe viel differenzierter, gerade in der IT.

Susanna Glander

Wie geht ihr das Thema IT-Ausbildung bei team neusta an?

Wir haben in der Anwendungsentwicklung einige weibliche Auszubildende, die Systemintegration ist eher männerlastig. Unsere Auszubildenden waren in diesem Jahr an mehreren Schulen und haben eine Präsentation über die IT-Ausbildung bei uns gehalten. Sie haben aus ihrem Alltag berichtet, aber vor allem haben sie mit Klischees aufgeräumt.

Diese scheinen sich hartnäckig zu halten…

Ja, leider. Wir sind nicht die, die mit langen Haaren im dunklen Keller sitzen und hacken – dieses Image scheint aber noch sehr verbreitet zu sein. Dabei ist IT durchaus etwas für kommunikative Menschen, schließlich muss man ja miteinander und auch mit den Kund:innen reden und die Anforderungen verstehen. Auch Logik und Konzentrationsfähigkeit sind Eigenschaften, die man in der Informatik sehr gut anwenden kann.

Was können Frauen denn tun, um sich in der IT besser zu behaupten?

Wir müssen uns immer wieder fragen: Wie kommunizieren wir und wie präsentieren wir uns? Frauen sind ja oft eher zurückhaltend, aber wir können uns auch mit den Männern messen. Ich war mit 25 Jahren Filialleiterin und musste mich durchbeißen. Man darf sich nicht durch Sprüche ausbremsen lassen. Hände in die Hüften stemmen, gerader Rücken, Stimme runter, langsam sprechen und dann los!

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