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Jede:r kann programmieren: Microsoft fördert IT-Skills bei Frauen

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Eine junge Frau sitzt am Schreibtisch und dreht sich mit dem Kopf zur Kamera. Vor ihr auf dem Computerbildschirm ist Computercode auf schwarzem Grund zu sehen. Quelle: Adobe Stock, 364309995

Anyone can code: Jede:r kann programmieren – oder zumindest ein gutes Verständnis für die IT entwickeln. Das ist die Idee von verschiedenen Initiativen, die Mitarbeiterinnen von Microsoft Deutschland ins Leben gerufen haben. Das gemeinsame Ziel ist es, Frauen mehr Selbstvertrauen für die Arbeit in der IT zu geben. Eine wichtige Rolle spielen dabei Vorbilder: Diejenigen Frauen, die bei Microsoft bereits erfolgreich sind, begleiten als Mentorinnen die Programme.


Martha Splitthoff ist eine von ihnen. Sie hat die Initiative Anyone Can Code entwickelt, die im März 2023 starten soll. An zwei Tagen sollen dann Frauen und genderqueere Menschen Basics fürs Programmieren lernen und auch gleich eine Smartphone-App mitentwickeln. “Wir machen den Deep Dive in den Maschinenraum”, sagt die Initiatorin. “Hier kann man sich richtig die Hände dreckig machen und etwas zum Anfassen programmieren.”

Anyone Can Code gibt Vertrauensvorschuss

Martha Splitthoff ist Leiterin des Digital & Application Innovation Cloud Solution-Teams und weiß, wo die Hemmschwelle liegt: “Die Herausforderung ist das Mindset. Frauen haben immer den Anspruch, alles 120-prozentig machen zu wollen. Wir wollen Frauen den Vertrauensvorschuss geben, dass sie das ebenso gut können wie die Techies.”

Es gehe darum, die Frauen mit ihren Skills auf Augenhöhe zu bringen. Wie wichtig Mentoring dabei ist, hat die 30-Jährige bei den Mentees in ihrem eigenen Microsoft-Team festgestellt: “Wir müssen Rolemodels sein und andere Frauen ermutigen. Damit wir irgendwann gar nicht mehr über Frauen und IT reden müssen.”

Mit SkillHer wertvolle Kontakte aufbauen

Auch die Microsoft-Initiative SkillHer will technikinteressierten Frauen Zugänge in die IT öffnen. Bereits drei Mal vermittelten Microsoft-Expertinnen in einem fünfwöchigen Trainingsprogramm Wissen rund um Datenbanken, Cloud-Anwendungen und KI-Lösungen. Kleine Lerngruppen und Trainings sorgten für den Austausch untereinander und mit den Mentorinnen.

“Gerade die Mentorinnen haben sehr dazu beigetragen, dass ich das Vertrauen habe: Ja, das kann auch ich! Cool, das kann man erreichen”, erzählt Dana Bieck, die als Mentee an SkillHer teilgenommen hat. “Wir hatten das Gefühl, wie Schwestern zu sein. Es ging nicht nur darum, dass man seinen Teil lernt, sondern dass man auch wertvolle Kontakte aus anderen Unternehmen aufbaut.“

Brücke in den neuen Job

Dana Bieck hat Interkulturelles Management studiert, dann als Customer Success Manager gearbeitet und mit Anforderungsmanagement begonnen. Nach und nach erkannte die 32-Jährige, wieviel Automatisierung bewirken kann: “Früher gab es viele Befürchtungen, dass IT unsere Jobs beseitigt. Doch KI und Automatisierung sind dafür da, die Menschen zu unterstützen. Cloud-Lösungen und Datenbanken sind künftig einfach nicht mehr wegzudenken.”

SkillHer hat für Dana Bieck die Brücke in ihre neue Rolle als IT-Beraterin gebaut: “Das Programm hat in kürzester Zeit dafür gesorgt, dass ich die Grundlagen hatte, um mit Entwicklern auf Augenhöhe reden zu können.” In ihrem neuen Job in einem IT-Unternehmen arbeitet sie nun auch offiziell als Anforderungsmanagerin. So sorgt sie dafür, dass Softwareprojekte erfolgreich entwickelt werden können.

Viele Einstiege in die IT

Wenig Berührungsängste mit IT hatte SkillHer-Teilnehmerin Silke Kramprich. Die Kommunikationsmanagerin hat in rund zwanzig Berufsjahren diverse Websites aufgesetzt und musste sich das notwendige Wissen immer selbst verschaffen. Mit SkillHer wurde ihr deutlich, wie viele unterschiedliche Einstiege es in die IT gibt: “Heutzutage spielen Low-Code- und No-Code-Lösungen eine immer größere Rolle.”

Silke Kramprich nutzt selbst solche Plattformen, mit denen sich Anwendungen nach dem Baukasten-Prinzip und mit graphischen Modellierungsmethoden entwickeln lassen – ohne die klassische, manuelle Programmierung. Die 48-Jährige experimentiert zurzeit mit Microsoft Lists und Power Automate, um die Redaktions- und Kampagnenplanung einfacher und transparenter zu machen, und entwickelte mit einer ehemaligen Kollegin eine App, um wissenschaftliche Publikationen zu erfassen.

Im Rahmen von SkillHer hat sie zwei Microsoft-Zertifikate für Cloud-Computing sowie Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens erworben. Nachdem sie sich jahrelang selbst Know-how angeeignet hat, sorgen diese nun für den handfesten Nachweis ihres Wissens: “Ich behaupte das nicht nur, ich weiß wirklich etwas darüber!” Und nicht nur das: Ihre erweiterten Skills haben Silke Kramprich geholfen, ihren neuen Job in der Unternehmenskommunikation einer internationalen Firma für Automatisierungstechnik zu bekommen.

Blinde Flecken beheben

Auch wenn sie selbst offen für IT ist, sieht Silke Kramprich anderswo viel Handlungsbedarf: “Ich merke, wie die Leute – auch Männer – zurückschrecken, wenn es heißt, es geht um IT.”

Häufig scheint das eine Frage der frühen Förderung zu sein. Dana Bieck zum Beispiel hatte in ihrer Kindheit keinen Spaß an IT. “Als Mädchen aus Alabama hat mich das nicht interessiert.” Und anders als ihr Bruder wurde die gebürtige US-Amerikanerin darin auch nicht gefördert. Aber das sei damals so gewesen: “Das war einfach gesellschaftlich ein blinder Fleck.”

Martha Splithoff ist dagegen gleichberechtigt mit ihrem Zwillingsbruder aufgewachsen. Der Computer spielte in ihrer Kindheit eine große Rolle. Ihre Fragen zu Mathematik und Physik wurden immer ernst genommen. Das führte sie direkt zum Informatik- und BWL-Studium – und in eine frühe IT-Karriere. “Vielen Frauen sagen: Es ist zu spät, ich habe ja nicht Informatik studiert”, erzählt die 30-Jährige. Doch auch das Studium qualifiziere nicht für alles im Berufsleben. Sie selbst habe deshalb verschiedene IT-Zertifikate gemacht und rate das auch ihren Mentees: “Fang mit diesen Zertifikaten an.”

Gemeinschaftsgefühl und Offenheit für Fragen

Oder eben mit einem Mentoring-Programm wie Anyone Can Code oder SkillHer. “Microsoft ist sehr gut darin, ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln, Offenheit für Fragen zu schaffen und Hürden abzubauen”, lobt Silke Kramprich. “Besonders die IT-Community weiß, dass es nichts bringt, Wissen in Silos zu halten, sondern dass letztlich alle davon profitieren, es offen zu teilen.”

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